Springe zum Inhalt

Lehrwarte Lehrgang in Saig

Lutz Wagner hat die Wichtigkeit der Lehrarbeit an der Basis hervorgehoben. Der ehemalige Bundesligaschiedsrichter und Chef-Lehrwart beim Deutschen Fußballbund (DFB) sagte, dass die Lehrwarte in den Bezirken Innovationsmotoren sein sollten. Wagner referierte beim Lehrwartelehrgang des Südbadischen Fußballverbands (SBFV) in Saig vom 03.11-04.11.2018 in Saig. Dort kamen rund 50 Teilnehmer zusammen, die in den Bezirken für die Aus- und Weiterbildung der Schiedsrichter verantwortlich sind. „Wir sind der größte Dienstleister im DFB“, sagte Wagner. Bei der aktuellen Umstrukturierung des Fußballbundes dürften die Schiedsrichter nicht an Wichtigkeit verlieren.

Anhand aktueller Spielszenen zeigte Wagner, wie wichtig es ist, dass sich Schiedsrichter auf die Spielweisen der Mannschaften einstellen. Auch verdeutlichte er mit den Szenen, wo der Videobeweis gerade funktioniert und wo nicht. „100 Prozent Gerechtigkeit wird es nicht geben“, so Wagner. Für die Videoschiedsrichter in Köln sei die Aufgabe schwierig, da sie parallel auf vier Kameraperspektiven schauen müssten. Eindrücklich war eine Szene, die in der ersten Perspektive nach einem groben Foulspiel – also Rote Karte – aussah. In der zweiten Einstellung sah man, dass es sich um ein faires Tackling handelte. „Wo bleibt also die absolute Wahrheit?“ Eine rhetorische Frage des Referenten.

Der Videoschiedsrichter ist ein Pilotprojekt, das in der Bundesliga getestet wird. Wagner schilderte den Lehrwarten, dass es in anderen Ländern weitere Projekte getestet werden. Diese könnten später zu Änderungen im Regelwerk führen. In der untern englischen Liga erhalten Teamoffizielle Verwarnungen so wie Spieler. Haben sie zu viele, werden sie gesperrt. Möglich sei zudem, dass es beim Strafstoß keinen Nachschuss gibt, so wie beim Elfmeterschießen nach der Verlängerung. Wagner sagte, dass insgesamt 33 Anträge beim IFAB, International Football Association Board, vorliegen würden. Die obersten Regelhüter seien in der Vergangenheit oft kritisiert worden. Sofort fällt einem die Abseitsauslegung beim Confed-Cup in Deutschland ein. Hier sollte der Pfiff erst erfolgen, wenn ein Stürmer den Ball erreichte. Wagner sagte, dass die Regelhüter mittlerweile näher an der Realität seien.
Das gab er auch als Tipp an die Schiedsrichter weiter: „Denkt von der Praxis her und nicht vom Regelwerk.“

Ein Bericht von Jonas Hirt
übermittelt vom Südbadischen Fussballverband e.V.
Steffen Fante - Schriftführer VSA