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Der FV 04 Würzburg, aktuell Vierter in der Bayernliga, muß möglicherweise in die Insolvenz. Sinkende Zuschauerzahlen und Sponsorengelder sind für ein sechsstelliges Minus auf dem Konto verantwortlich. Eine Agentur, welche die Suche nach Sponsoren übernehmen wollte, stellte 250.000 Euro in Aussicht. Herausgekommen ist jedoch nicht viel, die geringen Mehreinnahmen hätten gerade gereicht, diese Agentur zu bezahlen. Der Verein hat nach eigenen Angaben keine geeigneten Leute, die sich um mögliche Sponsoren kümmern.

Ab und zu ist ein Trainerwechsel erfolgreich. Nach zwölf Niederlagen in Folge hatte Oberliga-Schlußlicht Germania Friedrichstal seinen Trainer entlassen. Ergebnis: Ein 2:0-Sieg gegen die TSG Backnang.

In der Verbandsliga Südbaden und in der Landesliga Staffel 2 ist die Hinrunde beendet. Noch drei Rückrundenspiele, dann ist Winterpause bis zum 9. März 2019. Dann wird erfahrungsgemäß neu gestartet, manches Team sicher mit dem einen oder anderen Neuzugang, oder vielleicht auch mit einem anderen Trainer. Im Frühjahr werden Punktepolster verspielt und Rückstände noch aufgeholt.
Was wäre, wenn jetzt schon Schluß wäre? Der Freiburger FC wäre ohne Relegationsspiele in der Oberliga und der 1. FC Rielasingen-Arlen müßte sich gegen die Zweiten aus Baden und Württemberg qualifizieren. Die Mannschaft vom Bodensee will jedoch unbedingt direkt aufsteigen. Mit dem vorhandenen Spielermaterial ist das gut möglich. Dann müßte der Freiburger FC in seine dritte Aufstiegsrunde innerhalb von drei Jahren.
Im Abstiegskampf kann es den Bezirk Freiburg hart treffen, den mit dem FSV RW Stegen, FC Waldkirch und überraschend auch dem FC Denzlingen stehen drei Mannschaften aktuell auf Abstiegsplätzen. In diesem Fall müssen vier Vereine aus der Landesliga Staffel 2 zurück in die Bezirksliga. Der FC Emmendingen, FC 08 Tiengen, FC Freiburg-St. Georgen und der FSV Rheinfelden. Dem FC Emmendingen fehlen satte vierzehn Punkte zum ersten Nichtabstiegsplatz, den im Moment der SV Kirchzarten belegt. Und wer wird Meister? Vieles spricht für den SV Weil, fünf Punkte vor dem FFC II und gar sieben vor dem VfR Hausen.

Oberliga-Schlußlicht Germania Friedrichstal hat sich am Sonntag nach dem 1:6 in Oberachern von seinem Trainer Marcelus Noukiatchom verabschiedet. Der Aufsteiger hat in den bisherigen 14 Spielen nur einmal gewonnen, am dritten Spieltag mit 2:0 gegen Norm. Gmünd, und hat zuletzt elfmal hintereinander verloren. Vorerst bis zur Winterpause übernimmt Frank Zürn (50), Trainer der deutschen Gehörlosen-Nationalmannschaft.

Marcel Yahyaijan, der 26 Jahre alte Jugendkoordinator und Trainer der U23 des FC 08 Villingen hat in Duisburg die Prüfung zur DFB-Elite-Jugend-Lizenz erfolgreich bestanden. Das ist ein neuer Baustein zwischen B- und A-Lizenz. Dieser Trainerschein gilt bis zur Oberliga.

Der Bezirksligist FC Wehr entschuldigt sich. Der Kassierer hatte einem sehbehinderten Besucher das Eintrittsgeld abgenommen.

Neno Rogosic, früher Spieler beim SSV Ulm 1846 (2. Liga) und bei den Regionalligsten VfR Aalen und SC Pfullendorf hat die Trainingsleitung beim Bezirksligisten Independiente Singen übernommen.

Lutz Wagner hat die Wichtigkeit der Lehrarbeit an der Basis hervorgehoben. Der ehemalige Bundesligaschiedsrichter und Chef-Lehrwart beim Deutschen Fußballbund (DFB) sagte, dass die Lehrwarte in den Bezirken Innovationsmotoren sein sollten. Wagner referierte beim Lehrwartelehrgang des Südbadischen Fußballverbands (SBFV) in Saig vom 03.11-04.11.2018 in Saig. Dort kamen rund 50 Teilnehmer zusammen, die in den Bezirken für die Aus- und Weiterbildung der Schiedsrichter verantwortlich sind. „Wir sind der größte Dienstleister im DFB“, sagte Wagner. Bei der aktuellen Umstrukturierung des Fußballbundes dürften die Schiedsrichter nicht an Wichtigkeit verlieren.

Anhand aktueller Spielszenen zeigte Wagner, wie wichtig es ist, dass sich Schiedsrichter auf die Spielweisen der Mannschaften einstellen. Auch verdeutlichte er mit den Szenen, wo der Videobeweis gerade funktioniert und wo nicht. „100 Prozent Gerechtigkeit wird es nicht geben“, so Wagner. Für die Videoschiedsrichter in Köln sei die Aufgabe schwierig, da sie parallel auf vier Kameraperspektiven schauen müssten. Eindrücklich war eine Szene, die in der ersten Perspektive nach einem groben Foulspiel – also Rote Karte – aussah. In der zweiten Einstellung sah man, dass es sich um ein faires Tackling handelte. „Wo bleibt also die absolute Wahrheit?“ Eine rhetorische Frage des Referenten.

Der Videoschiedsrichter ist ein Pilotprojekt, das in der Bundesliga getestet wird. Wagner schilderte den Lehrwarten, dass es in anderen Ländern weitere Projekte getestet werden. Diese könnten später zu Änderungen im Regelwerk führen. In der untern englischen Liga erhalten Teamoffizielle Verwarnungen so wie Spieler. Haben sie zu viele, werden sie gesperrt. Möglich sei zudem, dass es beim Strafstoß keinen Nachschuss gibt, so wie beim Elfmeterschießen nach der Verlängerung. Wagner sagte, dass insgesamt 33 Anträge beim IFAB, International Football Association Board, vorliegen würden. Die obersten Regelhüter seien in der Vergangenheit oft kritisiert worden. Sofort fällt einem die Abseitsauslegung beim Confed-Cup in Deutschland ein. Hier sollte der Pfiff erst erfolgen, wenn ein Stürmer den Ball erreichte. Wagner sagte, dass die Regelhüter mittlerweile näher an der Realität seien.
Das gab er auch als Tipp an die Schiedsrichter weiter: „Denkt von der Praxis her und nicht vom Regelwerk.“

Ein Bericht von Jonas Hirt
übermittelt vom Südbadischen Fussballverband e.V.
Steffen Fante - Schriftführer VSA